Der Astronom mit der goldenen Nase

Universität Rostock ehrt den Astronomen Tycho Brahe mit einer Sonderschau

 

Derzeitig befindet sich eine Jubiläumsausstellung von Tycho Brahe, dem Astronomen, im Hauptgebäude der Rostocker Universität.
Er zählt zu den bedeutendsten Sternenbeobachtern seiner Zeit, ist der Lehrer Johannes Kepplers, Mond- und Marskrater sind nach ihm benannt und er studierte unter anderem in Rostock, wo er auch einen Teil seiner Nase während eines Duells mit einem Mitstudenten verlor. Die Rede ist von Tycho Brahe. Ihm zur Ehre gibt es eine Ausstellung in der Schatzkammer der Universität Rostock.
Dort erfährt man Vieles über sein Leben: Er kommt 1546 als Sohn adeliger Eltern zur Welt und immatrikuliert sich schon mit zwölf Jahren an der Universität Kopenhagen. Später kommt er nach Rostock, um Mathematik und Astronomie zu studieren. Als erster westlicher Astronom beobachtet er eine Supernova. Das verschafft ihm europaweite Anerkennung. Es folgen Jahre der Beobachtung. Alles ohne Teleskop, denn die Linse wurde noch nicht erfunden. Stattdessen werden Instrumente verwendet, die zur astronomischen Ortsbestimmung und zur Höhenmessung dienlich sind. Seine Beobachtungen der Planeten und des Sternenhimmels sind so genau, dass noch folgende Generationen von Wissenschaftlern sie als Grundlage verwenden. Darunter auch Johannes Keppler, sein Gehilfe am Prager Hof, der Brahes Arbeit fortgesetzt hat. Aber er hat es auch nicht immer einfach gehabt, wie seine goldene Nasenprothese beweist. Jetzt, knapp 416 Jahre nach dem Ableben Tycho Brahes haben es seine Lebensgeschichte und die Instrumente, mit denen er den Himmel erforscht hat, in eine Ausstellung der Universität geschafft.

Bild 1: Ausstellungsraum

Bild 2: Geschichte der Uni; rechts: Universitätsfahne

Bild 3: Reflexionskreis

Bild 4: Ebstorfer Weltkarte, 13. Jh.

Bild 5: Himmelsglobus, 1759

Bild 6: Universitätssiegel, 1419

Bild 7: Matrikel mit Unterschrift von Tycho Brahe

Der Grund dafür hängt mit einem Jubiläum zusammen: „Letztes Jahr vor 450 Jahren [hat] Brahe sich an der Uni eingeschrieben“, so Erik Haufe, der Veranstaltungsplaner des Universitätsjubiläum. „Tycho [ist] dann doch zwar unter den Astronomen bekannt, aber den allgemeinen Uni-Kennern nicht und deswegen wollten wir ihm eine Ausstellung widmen und ein Symposium, was im November stattfand“, sagt Haufe.

Ein Stück erinnert sogar noch an die Einschreibung von Tycho Brahe: „Wir haben eine Kopie der Matrikel, in der Tycho Brahe unterschrieben hat. Was sehr interessant ist, dadurch, dass es 450 Jahre her ist und dieses Buch immer noch im Besitz der Universität ist.“ Außerdem gibt es viele astronomische Instrumente zu bestaunen. Einige davon hat Brahe selber erfunden, „um sein tägliches Arbeiten zu erleichtern“, laut Erik Haufe. Die Ausstellungsstücke sind teilweise nicht die originalen Werkzeuge von Brahe. Dennoch war es nicht einfach, die Sammlung zu komplettieren. Vor wenigen Wochen kam erst der Theodolit, ein Winkelmessinstrument, aus der Restauration. Dieser stammt ursprünglich von einem britischen Astronomen aus dem 18. Jahrhundert. Erik Haufe zur Ausstellung: „Es ging hier vor Allem darum, einen Überblick zu verschaffen, wie überhaupt die Astronomie zu dieser Zeit ausgesehen hat.“

Die Ausstellung ist kostenlos und für jeden frei zugänglich. Sie befindet sich in der Schatzkammer des Universitätshauptgebäudes und das noch bis zum Sommer. Die Stücke bleiben übrigens nach der Ausstellung auch im Besitz der Universität. Laut Erik Haufe „gehen [sie] zurück in die astronomische Sammlung der Physik und werden wahrscheinlich dann in neuen Ausstellungsprojekten zu sehen sein.“

 

 

Erik Haufe, Veranstaltungsplaner des Universitätsjubiläums

Derzeitig befindet sich eine Jubiläumsausstellung von Tycho Brahe, dem Astronomen, im Hauptgebäude der Rostocker Universität. Tom Laase besuchte die Ausstellung und redete mit dem Veranstaltungsplaner des Universitätsjubiläums Erik Haufe:

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